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Faehrenrouten


Die Fährenrouten

Italienroute:     von Ancona, Bari, Venedig und seit 2013 wieder von Triest
Innergriechisch:     Piräus - Chania bzw. Piräus - Herkalion

Die Fährgesellschaften sind:Anek LinesMinoan LinesSuperfast.

Minoan Lines ist mittlerweile Teil der Grimaldi Group, Anek & Superfast haben sich 2012 auf der Italienroute zu "Anek-Superfast" zusammengeschlossen und dadurch eine internationale Verbindung "eingespart". Die nun international nicht mehr notwendigen Riesenfähren fahren jetzt Heraklion an. Das fehlende Schiff Richtung Italien merkt man an der Platznot auf der Fähre und der großen Anzahl der transportierten LKWs.

Das Leben auf Fähren


Eine Fähre ist für Transporte zuständig:

innergriechisch auch für ganz besondere Transporte:

Die Fähren von Piräus nach Heraklion oder Chania sind ein wichtiges Transportmittel zu den Inseln. Eine Deckpassage schlägt mit € 35 zu Buche, die Airseats (wie in einem Flugzeug) kosten € 43, Innenkabinen ab € 57 pro Person (Preise Stand 2013). Viele Kreter sparen sich Airseats und Kabinen, deshalb trifft man überall auf ausgebreitete Schlafsäcke und eingewickelte Menschen, die versuchen, auf den Sitzplätzen bei den Bars, auf den Bänken der Aussen-Bars oder einfach im Treppenhaus bzw. entlang der Gänge ein wenig Schlaf zu finden. In unserem ersten Jahr der Fährenanreise (2006) war das durchaus üblich, in den Jahren 2007/2008 wurde es sehr restriktiv gehandhabt und nur an wenigen Orten zugelassen. Seit den Krisenjahren ist wieder vieles toleriert. Auf der internationalen Fähre wurde dieses "Einsparungspotential" fast ganz ausgerottet, seit der Krise ist auch hier wieder mehr erlaubt. Heuer (2013) haben wir sogar Zelte im überdachten Außenbereich vorgefunden.

Griechische Fährenstreiks treffen immer die innergriechischen Fähren, international wird wohl auf die Frächterlobby Rücksicht genommen und sehr selten gestreikt. Bei Buchung der Fähre über Monate im voraus hat der Name des Schiffes auf dem Ticket eher informellen Charakter, welches Schiff dann im Hafen steht, läßt sich wegen der Streiks nicht vorhersehen.

Die Fähren fahren um 21:00 Uhr in Chania bzw. Piräus ab. Gegen 05:30 Uhr früh legen sie in Piräus bzw. Chania an. Somit haben die Kreter die Möglichkeit, einen Tag in Athen für ihre Wege zu nutzen und abends/nächtens wieder die Heimreise anzutreten. Die Chania-Route wird einerseits von einem neuen Schiff ("Elyros" Bj.1998, 2007 von Anek erworben) und sonst mit meist sehr alten Schiffen (Lato Bj.1975 - seit 1985 in Anek-Diensten oder El Venizelos Bj.1992) befahren.

Der Komfort und die Ausstattung auf der Anek Elyros ist modern und gediegen. Rolltreppen für die Fußgänger, Lift aus der Garage für die Autofahrer und Fernseher in den Kabinen sind angenehm. Auf den älteren Schiffen gibt es diesen Luxus nicht. Das Restaurantteam auf der Elyros ist perfekt und über die Jahre gleichbleibend, so daß uns so mancher Kellner wieder erkennt und besonders freundlich ist.

Das Restaurant:

Der zentrale Ort auf der Fähre, um zu repräsentieren ist das à la carte-Restaurant. In den ersten Jahren (2006 ff.) gingen die meisten Griechen in den Speisesaal, dort wurde bestellt, bis kein Platz mehr auf dem Tisch war - leider ging auch dementprechend viel unverspeist wieder in die Küche zurück. Wenn ein hochrangiger Pope den Speisesaal betrat, waren sofort alle Kellner emsig unterwegs, der Kapitän kam zur Begrüßung vorbei und es herrschte emsiges Treiben im Saal.

Mit Beginn der Krise wurde es stiller im Restaurant, die Anzahl der Touristen überstieg jene der Einheimischen. 2010/2011 war es besonders ruhig, Heuer (Mai 2013) war wieder mehr los, die Teller auf den Tischen sind weniger geworden und der Rücklauf ist sehr überschaubar. Eigentlich eine sehr positive Entwicklung.

Die Trucks und deren Driver:

Innergriechisch fährt alles auf die Fähre, was den Anstieg der Rampe schafft und ohne Verlust der Ladung die Wellen übersteht. Wir litten einmal mit einem LKW-Fahrer mit, der es mit seinem überhohen, nur mit einer Plane überspannten Heuballentransport nicht in die Fähre schaffte, weil schon beim Einfahrtsversuch die Plane zerriss.

Es ist auch spannend, einfach einmal im Hafen der Beladung einer Fähre zuzuschauen ohne selbst den Streß der An-/Abreise zu haben. Je näher der Abfahrtstermin kommt, desto hektischer sind die Aktionen. Bei entsprechenden Verbindungen zum Fährunternehmen wartet diese auch mal 20 Minuten nach Planabfahrt auf einen zu späten Truck, der sich flott nähert und kurz vor der Fähre parkt. Der Driver springt heraus und kauft Tickets. Was macht aber der PKW, der mit quietschenden Reifen noch zur Fähre kommt? Ah, der bringt die fehlenden Frachtpapiere! Da hat wohl ein Drucker im Büro Papierstau gehabt ...

International gelten ganz straffe Regeln:

Auflieger alleine werden von speziellen Zugmaschinen im Eiltempo in Fähren eingeschoben oder herausgeführt. Die normalen LKW werden mit Zugfahrzeug und Auflieger transportiert. Meine Bewunderung gilt den Truckdrivern, die teilweise im Retourgang ihre "Euro-Sattelzüge" auf den Zentimeter genau in die Fähren hineinmanövrieren. Ein "Euro-Sattelzug" ist jener LKW-Typ, der aus einer Zugmaschine und einem dreiachsigen Auflieger besteht und uns auf der Autobahn gerne durch Überholduelle auffällt. Von diesen LKWs werden aber Unmengen in die Fähren "gestopft". Das Durchgehen zwischen den LKWs ist nur mehr seitlich möglich, wie da die doch nicht immer ganz schlanken LKW-Fahrer durchkommen ist mir mit ähnlichem Körperbau nicht klar. Es liegt wohl an meinem Gepäck und der Kameratasche.

LKW-Fahrer bekommen in ihrer "Drivers Lounge" und an den Bars Rabatt, die Durchsage bei Ankunft einer Fähre "Truckdrivers please return their special card" erinnert uns immer daran.

LKW-Fahrer treten meistens in Gruppen auf, tragen oft ein besonders charakteristisches Schuhwerk, das ich im normalen Handel noch nicht gefunden habe. Dieses wirkt wie Holzpantoffeln mit besonders dicker Ledersohle. Treffen sich Motorradler, wird "Benzin gesprochen", treffen sich Truckdriver, wird "Diesel gesprochen"; die Rangordnung zwischen Fahrer und Beifahrer ist spürbar. Bier / Wein / Schnaps ist in diesen Fahrpausen ja erlaubt, das nutzen sie auch aus. Die Herkunft aus den östlichen Ländern ist ebenfalls merkbar. Über die diversen Fährenfahrten sind uns besonders zwei Truckererlebnisse in Erinnerung: bei einer Frage nach der Ankunftszeit der Fähre an der Rezeption - es war so gegen 2 Uhr nachts - mussten wir wegen eines hektischen Telefonats des Rezeptionisten auf unsere Antwort warten - "No, we DO NOT have special female service on board" schreit er ins Telefon, zu uns meinte er nachher salopp - "Those Truckdrivers!". Ein anderes Mal hörten wir im Spielautomatenraum neben der Poolbar lautes Stimmengewirr und Aufschreie. Ein deutliches Krachen und Klirren war das letzte Geräusch, bevor wir uns in unsere Kabine verzogen. Am nächsten Morgen war einer der Spielautomaten wie ein Schwerverletzer in Karton eingehüllt. Der Barkeeper meinte nur: "The Truckdriver lost ..."

Es gibt aber auch andere "auffällige Gruppen" an Board:

Schülergruppen, die auf Bildungsreise sind: Wie bei uns Skikurse oder Landschulwochen üblich sind, scheinen in Italien oder Frankreich Schüler- oder Studentenreisen nach Griechenland Usus zu sein. Bei uns waren die Lehrer immer dahinter, alles zu verhindern. Dies ist uns auf den Fährenreisen nicht aufgefallen, ganz im Gegenteil, die Jungsters hatten "Freigang" und Zugang zueinander, die Lehrer erfreuten sich an den mitgenommen Flaschen Wein.

Dauerreisende: Es gibt eine Gruppe von Menschen, die tiefgebräunt in modernen Jesus-Sandalen angesagter Hersteller jede Gelegenheit nutzen, in der Sonne zu bräunen und in mir den Verdacht aufkeimen lassen, daß außer Reisen und Sonnenliegen keine Ärgernisse das süße Leben versauern. Alles im Leben ist Sonne ...

Die Camper / WoMo Fahrer: Trifft man auf zusammengestellte Tische im Pool-Barbereich, die von meist pensionsnahen - ebenfalls gebräunten - oft deutschen oder holländischen Ehepaaren bevölkert und mit Essen aus Tupperware und reichlich selbst mitgebrachten Getränken stundenlang blockiert sind, dann treffen Camper aufeinander. Bekanntschaften entstehen von selbst durch das Warten auf die Einfahrt in die Fähre. Alles ist logistisch perfekt durchdacht, nichts wird von der Bar gebraucht, Kartenspiele oder Tavli, alles mit on board.

Faehrenbild